Lexikon – Verpackungsbranche

Ein kompaktes Lexikon mit den wichtigsten Fachbegriffen von A-Z aus der Verpackungswelt:

A

  • Abriebfestigkeit: Beständigkeit einer Oberfläche (z. B. Bedruckung oder Beschichtung) gegen mechanische Reibung.
  • A-Welle: Grobwelle bei Wellpappe (Wellenhöhe ca. 4,0–4,8 mm) mit hoher Polsterwirkung.
  • Altpapier: Gesammelte Papier- und Pappeabfälle als Rohstoff für die Recycling-Papierherstellung.
  • Aromadichtheit: Eigenschaft einer Verpackung, das Entweichen von Aromen oder das Eindringen von Fremdgerüchen zu verhindern.
  • Auge (Druckmarke): Optische Steuer- oder Passermarke zur Steuerung von Schneid- und Falzmaschinen.
  • Auflast: Das auf einer Verpackung oder Palette lastende Gesamtgewicht bei der Lagerung.

B

  • B-Welle: Feinwelle bei Wellpappe (Wellenhöhe ca. 2,2–3,0 mm), Standard für Versandkartons.
  • Banderole: Papier- oder Folienstreifen zum Bündeln, Versiegeln oder Dekrieren von Produkten.
  • Barrierefolie: Mehrschichtfolie, die Gase, Feuchtigkeit oder Licht vom Füllgut fernhält.
  • Biegesteifigkeit: Widerstand von Papier, Pappe oder Folie gegen Durchbiegen.
  • Biokunststoff: Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (biobasiert) und/oder biologisch abbaubare Kunststoffe.
  • Blisterverpackung: Sichtverpackung bestehend aus einer tiefgezogenen Kunststoffhaube und einem Trägermaterial (z. B. Karton).
  • Bodenlasche: Untere Verschlusslasche eines Kartons.
  • Bördelung: Umbiegen des Randes von Metall- oder Kunststoffbehältern zur Verfestigung oder Versiegelung.
  • Bruchfestigkeit: Belastungsgrenze, ab der ein Verpackungsmaterial unter Zug oder Druck reißt bzw. bricht.

C

  • C-Welle: Mittelwelle bei Wellpappe (Wellenhöhe ca. 3,2–4,0 mm), sehr universell einsetzbar.
  • CO2-Fußabdruck: Treibhausgasemissionen, die über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung entstehen.
  • Co-Extrusion: Gleichzeitiges Verspritzen/Auspressen mehrerer unterschiedlicher Kunststoffschichten zu einer Folie.
  • Container: Normierter Großraumbehälter zum geschützten Transport von Gütern auf Schiff, Bahn oder Lkw.
  • Corner Protector: Ecken- oder Kantenschutz aus Hartpappe oder Kunststoff zur Sicherung von Palettenladungen.

D

  • Dehnfolie (Stretchfolie): Elastische Folie zum Fixieren und Sichern von Gütern auf Paletten.
  • Deckpapier (Liner): Äußere, glatte Papierschicht bei Wellpappe (innen oder außen).
  • Display: Verkaufsständer oder Präsentationsverpackung zur Warenpräsentation am Point of Sale (POS).
  • Doppelwelle: Wellpappe aus zwei verklebten Wellenschichten (z. B. EB-Welle oder BC-Welle) für hohe Stabilität.
  • Druckfestigkeit: Widerstandsfähigkeit einer Verpackung gegen vertikalen Druck (z. B. BCT-Wert).
  • Druckverfahren: Verfahren wie Flexodruck, Offsetdruck oder Digitaldruck zum Bedrucken von Verpackungen.
  • Druckverschlussbeutel: Wiederverschließbarer Folienbeutel mit integrierter Kunststoff-Rille-Lippe-Leiste.
  • Durchstoßfestigkeit: Energie, die benötigt wird, um ein Verpackungsmaterial mit einem spitzen Gegenstand zu durchstoßen.

E

  • E-Welle: Mikrowelle oder Feinstwelle (Wellenhöhe ca. 1,0–1,8 mm), ideal für hochwertige Bedruckung und Verkaufsverpackungen.
  • ECMA: Verband der europäischen Faltschachtelhersteller; definiert Standard-Konstruktionen für Faltschachteln aus Vollpappe.
  • Ecken- / Kantenbiegung: Verformung an den Stoßkanten einer Verpackung unter Belastung.
  • Einlagen (Inlays): Passgenaue Inneneinteilungen aus Karton, Schaumstoff oder Kunststoff zur Fixierung des Inhalts.
  • Einwegverpackung: Verpackung, die nur für einen einmaligen Transport- oder Nutzungsgang bestimmt ist.
  • Euro-Palette: Genormte Tauschpalette aus Holz mit den Abmessungen 1200 x 800 mm.
  • Eurosinkung (Euroloch): Standardisierte Ausstanzung an Verpackungen zum Aufhängen im Verkaufsregal.

F

  • F-Welle: Ultrastarke Feinstwelle (Wellenhöhe ca. 0,75 mm) für edle Verpackungen.
  • Faltschachtel: Zusammentragbare Verpackung aus Voll- oder Wellpappe, die flach angeliefert wird.
  • FEFCO: Internationaler Code-Standard zur Klassifizierung von Verpackungsmitteln aus Wellpappe.
  • Feuchtigkeitsgehalt: Wasseranteil in Papier, Karton oder Holz, der die Festigkeit maßgeblich beeinflusst.
  • Füllmaterial: Schutzmaterial wie Polsterpapier, Luftpolsterfolie oder Verpackungschips zum Ausfüllen von Hohlräumen.
  • Film- / Folienkaschierung: Veredelung durch Überziehen von Pappe oder Papier mit einer dünnen Kunststofffolie.
  • Flexodruck: Direktes Hochdruckverfahren, Standard beim Bedrucken von Wellpappe und Folien.
  • Form-Fill-Seal (FFS): Automatisierter Prozess, bei dem Verpackungen in einem Schritt geformt, befüllt und verschlossen werden.

G

  • Gefahrgutverpackung: Speziell geprüfte und zugelassene Verpackung für den Transport gefährlicher Stoffe (mit UN-Nummer).
  • Gefache (Stegverpackung): Gitterartige Inneneinrichtung zur Trennung empfindlicher Produkte (z. B. Flaschen).
  • Grammatur: Flächenbezogene Masse von Papier oder Pappe, angegeben in Gramatur pro Quadratmeter (g/m2).
  • Graukarton: Recyclingkarton aus Altpapier ohne Bleichung, meist als Zwischenlage oder Buchdeckel genutzt.
  • Gurtmaß: Formel zur Ermittlung der maximal zulässigen Paketgröße (1x Länge + 2x Breite + 2x Höhe).

H

  • Haftetikett: Selbstklebendes Etikett auf Trägerpapier zur Beschriftung oder Kennzeichnung.
  • Hinterklebung: Verstärkung oder Kaschierung auf der Rückseite eines Materials.
  • Holzverpackung: Kisten, Verschläge oder Paletten aus Massivholz oder Holzwerkstoffen für schwere Güter.
  • Hygroskopie: Eigenschaft von Papier und Pappe, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen oder abzugeben.

I

  • In-Mould-Labelling (IML): Einbringen des Etiketts bereits während des Spritzgieß- oder Blaskformprozesses der Kunststoffverpackung.
  • Innentransport: Schutz und Transport von Gütern innerhalb einer Fabrik oder eines Lagers.
  • Interieur: Gesamtheit aller Innenverpackungen, Polster und Einsätze eines Kartons.
  • ISO-Zertifizierung: Normenstandard für Qualitäts- (ISO 9001) oder Umweltmanagement (ISO 14001) im Verpackungsbetrieb.

J

  • Jumbo-Rolle: Großrolle von Rohpapier oder Folie vor dem Verarbeiten zu kleineren Formaten.
  • Just-in-Time (JIT): Lieferung von Verpackungen exakt zum Zeitpunkt des tatsächlichen Bedarfs in der Produktion.

K

  • Kantenstauchwiderstand (ECT): Prüfwert für die Belastungsfähigkeit von Wellpappe bei vertikaler Kantenbelastung.
  • Kapillarität: Saugfähigkeit von ungestrichenem Papier gegenüber Flüssigkeiten und Farben.
  • Kaschieren: Verkleben mehrerer Lagen unterschiedlicher Materialien (z. B. Bedrucktes Papier auf Wellpappe).
  • Klappschachtel: Schachtel mit fest verbundenem Deckel, der nach oben aufgeklappt werden kann.
  • Klima-Konditionierung: Anpassen von Papier und Pappe an definierte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte vor der Prüfung oder Verarbeitung.
  • Kraftliner: Sehr reißfestes Deckpapier für Wellpappe mit hohem Frischfaseranteil (Sulfatzellstoff).

L

  • Laminieren: Verbinden einer Folie mit einem Trägermaterial unter Hitze oder Druck.
  • Laufrichtung: Ausrichtung der Papierfasern bei der Herstellung, wichtig für Biege- und Falzverhalten.
  • Luftkissenfolie / Luftpolsterfolie: Zweischichtige Folie mit eingeschlossenen Luftpolstern zur Stoßdämpfung.
  • Luftpolsterbeutel: Umschlag mit integrierter Innenpolsterung aus Luftfolie.

M

  • MAP (Modified Atmosphere Packaging): Schutzgasverpackung zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln.
  • Monomaterial: Verpackung aus nur einem einzigen Werkstoff zur extrem leichten Rezyklierbarkeit.
  • Mullen-Prüfung: Ermittlung der Berstfestigkeit von Papier und Wellpappe.

N

  • Nassfestigkeit: Widerstandsfähigkeit von Papier gegen Zerreißen im feuchten Zustand.
  • Nutzwert / Nutzen: Anzahl der einzelnen Schnittmuster oder Schachtelausbrüche auf einem Druck- oder Stanzbogen.

O

  • Offsetdruck: Hochwertiges Indirekt-Druckverfahren mit sehr hoher Detail- und Farbwiedergabe.
  • Ökodesign (Eco-Design): Verpackungsentwicklung unter Berücksichtigung der Umweltverträglichkeit über den gesamten Lebenszyklus.
  • Ösenheftung: Heftung von Kartons mittels Metallklammern.

P

  • Packseide: Dünnes, weiches Papier zum Einschlagen und Schutz empfindlicher Oberflächen.
  • Palette: Ladeplatte aus Holz, Kunststoff oder Pappe zum Bündeln von Packstücken.
  • Passer: Genauigkeit der Ausrichtung mehrerer Druckfarben oder Stanzkonturen zueinander.
  • Performanz: Leistungs- und Schutzfähigkeit einer Verpackung unter Transportbedingungen.
  • Perforation: Stanzung von Loch- oder Schlitzreihen zum leichten Abreißen oder Öffnen.
  • PET (Polyethylenterephthalat): Transparenter, formstabiler Kunststoff, häufig für Flaschen oder Blister genutzt.
  • Porengröße: Maß für die Luftdurchlässigkeit von Papier oder Filtermaterialien.
  • Prägung: Einbringen von erhabenen (Hochprägung) oder vertieften (Tiefprägung) Strukturen in Karton oder Papier.

Q

  • Qualitätssicherung: Systematische Überwachung aller Produktionsschritte zur Vermeidung von Verpackungsmängeln.
  • Querschneider: Maschine zum Schneiden kontinuierlicher Papier- oder Folienbahnen in rechteckige Bogen.

R

  • Rillen / Rillung: Einpressen von Linieneinkerbungen in Pappe zur Vorbereitung sauberer Falzkanten.
  • Recyclingmaterial: Wiederaufbereiteter Rohstoff aus gesammelten Wertstoffen zur Herstellung neuer Verpackungen.
  • Rückverfolgbarkeit: Fähigkeit, den Weg einer Verpackung oder eines Inhalts durch Chargennummern/Codes lückenlos nachzuvollziehen.

S

  • Schrumpffolie: Kunststofffolie, die sich unter Hitzeeinwirkung eng um das Packgut zusammenzieht.
  • Seidenpapier: Sehr feines, dünnes Schutzpapier für empfindliche Waren wie Glas oder Textilien.
  • Self-Seal / Selbstklebeverschluss: Integrierter Klebestreifen an Versandverpackungen zum einfachen Verschließen ohne Klebeband.
  • Sichtfenster: Transparentes Folienfenster in einer Kartonverpackung zur Präsentation des Inhalts.
  • Stanzform: Werkzeug mit Schneid- und Rilllinien zum Ausstanzen von Karton- oder Wellpappebogen.
  • Stapeleckensicherheit: Widerstandsfähigkeit der verpackten Ecken beim Aufeinanderstapeln.
  • Stapelfähigkeit (BCT): Maximale Druckbelastung, die eine Schachtel im Stapel aushält.
  • Stretchwickler: Maschine zum automatischen Umwickeln von Paletten mit Stretchfolie.

T

  • Tear-Tape (Aufreißfaden): Eingelegtes Band in Kartons oder Folien zum mühelosen Öffnen der Verpackung.
  • Tiefziehen: Umformen von erwärmten Kunststofffolien in dreidimensionale Formen (z. B. für Blistertrays).
  • Tragegriff (Handgriff): Ausstanzung oder angeschweißtes Band an Verpackungen zum leichten Transport.
  • Testliner: Mehrschichtiges, recyceltes Deckpapier für Wellpappe.

U

  • Umverpackung: Zusätzliche äußere Verpackung, die mehrere Verkaufseinheiten zusammenfasst oder den Schutz erhöht.
  • UN-Zulassung: Zertifizierung von Verpackungen für den Transport gefährlicher Güter.
  • UV-Lack: Spezieller Lack, der unter UV-Licht augenblicklich aushärtet und hohe Glanz- oder Schutzwerte bietet.

V

  • Vakuumverpackung: Verpackung, bei der die Luft vor dem Versiegeln weitgehend abgesaugt wird.
  • Verkaufsverpackung: Verpackung, die dem Endverbraucher als Kuf- oder Schutzhülle am Point of Sale dient.
  • Verschlussmittel: Materialien zum Schließen von Verpackungen (z. B. Packband, Umreifungsband, Heißkleber).
  • Vollpappe: Dichter, einschichtiger oder zusammengeklebter Karton hoher Festigkeit ohne Hohlräume/Wellen.
  • Volumengewicht: Frachtberechnungsgrundlage der Logistiker basierend auf den Abmessungen statt dem Reingewicht.

W

  • Wabenpappe: Sandwich-Material aus Papierwabenkern und Deckbahnen mit extrem hoher Druckfestigkeit bei geringem Eigengewicht.
  • Wellpappe: Leichtes, stabiles Verpackungsmaterial aus einer oder mehreren Wellenbahnen zwischen glatten Deckpapieren.
  • Wellenstoff: Recyclingpapier zur Herstellung der gewellten Bahn in Wellpappe.
  • Wickelverpackung: Kartonzuschnitt, der eng um flache Güter (z. B. Bücher) gewickelt und verklebt wird.
  • Wiederverschließbarkeit: Eigenschaft von Verpackungen, nach dem Erstöffnen erneut sicher verschlossen zu werden.

Z

  • Zellstoff: Aus Holz chemisch gewonnene Faserstoffbasis zur Herstellung hochwertiger, reißfester Papiere.
  • Ziehverhältnis: Verhältnis zwischen der Ausgangsdicke einer Folie und der Tiefe bei tiefgezogenen Formen.
  • Zweiwellige Wellpappe: Kombination aus zwei Wellenschichten zur Herstellung hochbelastbarer Transportverpackungen.